
Foto: The Conservation Land Trust
Der US-amerikanische Umweltaktivist und Naturschützer Douglas Tompkins, Jahrgang 1943, ist mittlerweile einer der größten privaten Grundbesitzer weltweit. Tompkins verkaufte Anfang der 80iger Jahre seine Anteile an den selbst gegründeten Textilfirmen Esprit und Northface für 250 Millionen Dollar, um in Chile und Argentinien Land zu kaufen sowie das gekaufte Land in ein Naturschutzgebiet umzuwandeln.

Foto: Sam Beebe/ Wikipedia
Seit dem Jahr 1989 kaufte Tompkins ungefähr 325.000 Hektar Land im südlichen Chile, eine Fläche so groß wie das Land Hamburg und Saarland zusammen. Dabei zieht sich die Fläche vom Stillen Ozean bis zu den Höhenzügen der Anden und an die Grenze von Argentinien. Inzwischen steht das Areal mit dem Namen Parque Pumalin unter Naturschutz und wird von der Umweltstiftung EDUCEC Education, Ciendiay Ecologia verwaltet. Die dort lebenden Siedlerfamilien zahlte er aus, obwohl die meisten Menschen dort keinen Rechtstitel für das Land besaßen. Zudem baute die Stiftung eine Schule und unterstützt im nahegelegenen Chaiten das kirchliche Radioprogramm. Des Weiteren ist der Park mit ungefähr 150 Dauerarbeitsplätzen der größte Arbeitgeber der Region.
Im Jahr 2005 erhielt der Park von der chilenischen Regierung den Titel “santuario de la naturaleza”. Hierdurch hat der Umweltschutz in diesem Gebiet oberste Priorität. Zudem sind Industrieansiedlungen nicht gestattet. Im Jahr 1991 kaufte Tompkins die Renihue-Ranch, um das mit Regenwald bewachsene Areal zu schützen. Zudem erwarb er mit seiner Umweltstiftung The Conservation Land Trust in den Folgejahren weitere Flächen Land. Zu seinen Projekten gehört auch das Sumpfgebiet Esteros del Ibera, das im Nordosten von Argentinien liegt. Dieses Gebiet zählt zu den wichtigsten Frischwasser-Reservoirs in Südamerika. Dabei soll dieses spezifische Ökosystem durch die Schaffung eines Naturschutzgebietes erhalten bleiben.
Wenn ein Projekt seiner Ansicht nach abgeschlossen ist, versucht er das Land mit der Prämisse, dass es als Naturschutzgebiet weitergeführt wird, an die jeweilige Regierung zurückzugeben. So versucht Tompkins mit seiner Stiftung die Naturschutzgebiete auf nationaler oder auch Provinzebene zu schaffen, da er und seine Mitstreiter, darunter auch seine Ehefrau Kris Tompkins, dies als Garantie für den Schutz von Ökosystemen ansehen.
Tompkins hofft auf viele Nachahmer unter den Reichen und stützt seine Umweltphilosophie und Weltanschauung auf den norwegischen Umweltschützer und Philosophen Arne Naess. Für ihn ist der Mensch nur ein Teil der Natur, die schützenswert ist. Dabei hat ihm seine konsequente Art des Naturschutzes auch Kritik eingebracht. Vor allem wird ihm vorgeworfen, dass er mit seiner Art des Naturschutzes die wirtschaftlichen Veränderungen Patagoniens der letzten 100 Jahre rückgängig macht. Jedoch ist Tompkins der Ansicht, dass gerade bei Infrastrukturmaßnehmen das Verhältnis gewahrt bleiben muss und die Umwelt sowie die Landschaft respektiert werden sollte.
Bei chilenischen Politikern und internationalen Naturschutzorganisationen gilt das Prinzip des Naturschutzes von Tompkins als umstritten und wird skeptisch betrachtet. Andere wiederum sind beeindruckt von diesem Engagement und so wurde er mit seiner Frau im Jahr 2008 mit dem Bruno H. Schubert-Preis ausgezeichnet. Tompkins betrachtet sein Bemühen um Renaturierung und Naturschutz als Beitrag zum Wohle der Umwelt und der Zukunft der Menschheit.